Business Data Complexity

Shownotes

In der aktuellen Folge von „digital gesagt“ schildern Michael Bloch, DSAG-Fachvorstand Lizenzen, Vertragswesen & Support, und Sebastian Kreß, Sprecher der DSAG-Arbeitsgruppe Operatives Vertrags- und Vermessungsmanagement Cloud, ihre Eindrücke von der Business Data Cloud.

Wo im SAP-Kosmos ist die Business Data Cloud angesiedelt? Was muss beim Vertragswerk beachtet werden? Welche Besonderheiten gibt es bei der Struktur der Lösung, welche bei neuen BDC-Services? Viele Fragen, auf die der DSAG-Podcast Antworten gibt.

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00:00:00: Man muss sich schon darüber im Klaren sein, dass man beim Abschluss eines BDC-Vertrages eine enorme Anzahl an Seiten lesend und inhaltlich bewerten muss.

00:00:10: Das können je nach Umfang der Bewegesystem auch schon mal hundert Seiten oder mehr sein.

00:00:15: Aus meiner Sicht schränken die Lizenstechnischen Unklarheiten in den Vertragsdokumenten die Möglichkeiten der Nutzung der BDC aktuell sehr stark ein – ich finde es persönlich sehr, sehr schade!

00:00:32: Wenn es auch kompliziert geht, liegt der Titel unseres Podcasts.

00:00:37: Michael Bloch die ISAG Fachvorstand Lizenzen Vertragswesen und Support und Sebastian Kress Sprecher der Arbeitsgruppe Operatives Vertrags- und Vermessungsmanagement Cloud haben die Business Data Cloud kurz BDC mal ganz genau um die Lupe genommen Und vielleicht einen Weg gefunden wie vieles einfach weniger kompliziert sein könnte.

00:00:59: Hallo Michael!

00:00:59: Hallo Sebastian Herzlich Willkommen.

00:01:02: Hallo Thomas, schön dass ich wieder hier sein darf und dass wir dieses Mal den Scheinwerf auf eines der strategischen Produkte aus der SAP Business Read richten können.

00:01:10: Hallo Thomas!

00:01:11: Hallo Michael, vielen Dank für eure Einladung.

00:01:13: auch ich freue mich das ich erneut zusammen mit Michael ein wirklich kompliziertes Thema erörtern darf.

00:01:20: Stichwort kompliziertes Thema.

00:01:23: dafür müssen wir erst mal wissen was ist das komplizierte an der business data cloud?

00:01:29: Das Vertragswerk die Struktur die Capacity Units, die Intelligent Apps oder einfach alles und warum.

00:01:38: Das erfahren wir heute.

00:01:40: Beginnen wir doch mit einer kurzen Einordnung der BDC.

00:01:45: wo im SAP Cosmos ist die BDC angesiedelt?

00:01:48: Und was ist Ihre Aufgabe?

00:01:51: Ich denke die meisten Kunden werden letztes Jahr am Februar das Business Anliest Event von der SAP verfolgt haben wo unter anderem auch die Business Data Cloud erstmals eingeführt worden ist, wie ich eben schon in der Berührung sagte als strategische Komponente in dem neuen Diagramm der SAP.

00:02:07: Sie soll eine einheitliche Datenplattform darstellen und insbesondere soll sie strukturierte Daten liefern damit das Thema AI auch besser bedient werden kann im SAP Cosmos.

00:02:17: Dazu muss man aber sagen dass die Business data cloud jetzt an sich nicht komplett neu ist sondern im Wesentlichen waren das zunächst bestehende Produkte wie etwa Datasphere oder die SAP Analytics Cloud, die man separat licensieren konnte.

00:02:30: Die jetzt aber Teil des BDC-Vertrages sind und noch nur über die BDC auch subscribiert werden können.

00:02:37: Zusätzlich war das große Versprechen letztes Jahr dann auch, dass man mit der Einführung der BDC auch sogenannte Datenprodukte anbieten möchte.

00:02:46: Die von SAP verwaltet werden die man einfach konsumiert und wo man sich im Prinzip danach als Kunde nicht mehr selber darum kümmern muss.

00:02:53: und insgesamt ist das Angebot sehr wohlwollend aufgenommen worden weil es tatsächlich auch als wirklich hilfreiche Lösung im SAP Kosmos angesehen wird.

00:03:04: Wie kann man sich das Ganze dann in der Praxis vorstellen?

00:03:09: Nun SAP hat für die Kernprodukte der BDC, also konkret sind es die Datasphere, die SAP Analytics Cloud.

00:03:16: Das BW und Databricks eine Art virtuelle Währung namens Capacity Units definiert und diese Capacity-Units sollen flexibel zwischen den aufgezählten Lösungen aufgeteilt werden.

00:03:30: Insofern wirbt die SAP auch an dieser Stelle damit, dass die BDC extrem flexibel und damit auch auf Kundenwünsche oder Kundenbedürfnisse anpassbar ist.

00:03:41: Und grundsätzlich kennen wir das herausfordernde kreditbasierende Modell mit diesen Capacity Units bereits von der BTP als auch vom SAP Business AI.

00:03:53: so gibt es zwar auch dort eine gewisse Flexibilität Aber diese Flexibilität ist auch verbunden mit dem Risiko für Kunden, dass diese Credits am Ende eines Vertragsjahres verloren gehen oder ein unterjähriger Nachkauf auch zu den Zahlungsverpflichtungen in den weiteren Vertragsanführen.

00:04:13: Und bei der BDC ist SAP von diesem Modell aber leider abgewichen und Die Nutzung muss nicht wie bei der BTP und im AI-Umfeld jährlich, wie ich eben gerade erläutert hatte.

00:04:27: Sondern für die BDC Capacity Units auf Monatsebene dimensioniert werden – mit all den Nachteilen das Verfalls von diesen Capacity units am Monatsende!

00:04:38: Das heißt wenn man zu wenige Capacity Unit in einem Monat eingeplant hat kann man sich diese nicht aus dem Pool für die kommenden Monate herausholen sondern bekommt eine extra over-usage Rechnung, obwohl man Impul für die kommenden Monate ja auch noch Credits hatte.

00:04:58: Und das ist vollkommen unverständlich irgendwo und aus unserer Sicht keinesfalls die Flexibilität mit der die Lösung eigentlich beworben wird.

00:05:06: Lass uns hier nochmal kurz auf das Thema Bewesesthema eingehen denn tatsächlich sind sie jetzt sehr auch Beufthandteil von der Business Data Cloud – und zwar sogar ausschließlich!

00:05:15: Also wer noch einen Rise-Vertrag in den letzten Jahren vor der BDC abgeschlossen hat, er konnte noch ein Bewegesystem auch in seiner Private Cloud über den Rise Vertrag bekommen.

00:05:25: Das geht jetzt mittlerweile nicht mehr.

00:05:27: Insofern muss man jetzt für das Bewege in der Private Cloud tatsächlich diese Capacity Units in der Business Data Cloud konfigurieren und da wird es dann hinsichtlich Flexibilität nochmal ein bisschen problematischer Denn tatsächlich gibt es da Mindestbezugs, Dauern für die Provisionierung der Systeme.

00:05:46: Man kann also nicht einfach nach Lust und Laune rauf-und runterseisen.

00:05:51: Und was ein bisschen schräg ist auch ehrlicherweise dass die Business Data Cloud als Public Cloud Lösung beworben wird das BW darin aber eine Private Cloud Lösung ist Für die dann auch noch ein separates SLA gilt so dass man sich als Kunde dann auch tatsächlich mit beiden auseinandersetzen muss was natürlich die Komplexität auch nicht gerade verringert, wenn man seine Bewählandschaft transformieren will.

00:06:16: Wenn wir das auf das Vertragswerk und um die BDC übertragen... Was muss denn hier konkret beachtet werden?

00:06:25: Also man muss sich schon darüber im Klaren sein dass man beim Abschluss eines BDC-Vertrages eine enorme Anzahl an Seiten lesend und inhandlich bewerten muss.

00:06:35: Das können je nach Umfang der Bewegesysteme auch schon mal hundert Seiten oder mehr sein.

00:06:40: Der Vertrag selber zur BDC besteht ja nicht nur aus der Orderform und den üblichen Anhängen wie etwa die Datenschutzvereinbarung oder den AGB.

00:06:48: Alleine das Supplement, also die zusätzlichen Bedingungen für die BDC bestehen mittlerweile aus zwei Dokumenten mit fünfzig Seiten – das ist schon eine enorme Menge Papier!

00:06:59: Und noch komplexer wird es dadurch dass es auch noch Abhängigkeiten zu anderen Vertregen, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind gibt Und insbesondere, wenn man auf Kundenseite jemand anderes den BDC-Vertrag verantwortet als die Verträge rund um das SAP Cloud ERP.

00:07:19: Beispielsweise muss für die Cloud ER P Intelligence App die Anzahl der FUEs aus dem Cloud ERPs Vertrag als Grundlage herangezogen werden.

00:07:29: und nicht zu vergessen muss der Enhanced Operation Service der BDC den gleichen Umfang haben wie im Cloud ERPS Vertrag festgelegt.

00:07:39: Und ich glaube, es gibt noch einen weiteren wichtigen Punkt hervorzuheben.

00:07:42: Im BDC-Vertrag selbst gibt es noch zusätzliche Abhängigkeiten die man unbedingt im Blick behalten sollte.

00:07:48: Wenn die SAP Analytics Cloud vertraglich in die Business Data Cloud integriert wird, braucht man für Planungsszenarien zusätzlich die Datasphere.

00:07:58: Vereinfacht gesagt stellt die Datersphere – die Speicher und Rechenressourcen bereit, die für diese Planungsszenarie in der SAZ Notwettnix sind!

00:08:08: Früher waren genau diese Ressourcen bereits in den Concurrentszeichen oder User Subscriptions der SAC enthalten.

00:08:16: Heute müssen sie jedoch separat in der DataSphere berücksichtigt und auch lizenziert werden, und ganz aktuell.

00:08:22: zum Zeitpunkt dieser Aufnahme gibt es im BDC Estimator noch keine Hinweise geschweigenden unterstützende Kalkulationen dazu.

00:08:30: Das heißt schlussendlich – Dieser Bedarf in der Datasphere muss derzeit zusätzlich manuell eingeplant.

00:08:38: kommen wir kurz noch zur Struktur der BDC, mit welchen Besonderheiten haben wir es denn hier zu tun?

00:08:48: Es gibt eine SAP-Folie auf der unterschiedliche Schicht hinzusehen sind.

00:08:52: In der Mitte sind die Kernprodukte also beispielsweise DataSphere oder die SAC über die wir gerade schon gesprochen haben.

00:08:58: dann gibt es unten drunter die Schicht wo die Daten eigentlich herkommen also beispielsweise die SVHANA Systeme.

00:09:06: Und dann steht darüber noch so ein Balken mit der Überschrift Intelligent Applications, da hat Sebastian auch gerade schon kurz was zugesagt und ganz oben auch noch eine Schicht mit dem Titel Subbusiness AI.

00:09:18: Das könnte wenn man das so sieht den Eindruck erwecken dass man all dies was da in dem Schema abgebildet ist auch direkt über diese Capacity Unis licensieren könnte, das ist aber nicht so!

00:09:28: Sondern tatsächlich sind nur diese Kernprodukte, sprich BW, Datasphere, die SRC und auch das SAP Databricks über dieser Capacity Units licensierbar.

00:09:37: alles andere hat eine andere Metrik.

00:09:40: Und gerade diese Intelligent Applications orientieren sich an der eigentlichen Industrielösung.

00:09:45: also wenn ich jetzt mal das Thema People Intelligence als Beispiel nehme dass wird nach der Anzahl an Mitarbeitern licensiert.

00:09:52: Das ist natürlich irgendwie ein bisschen ungünstig, wenn man dann zusätzlich zu dem eigentlichen Lizenzbedarf für die BDC auch noch mit unterschiedlichen anderen Metriken herumhantieren muss um sich einen Eindruck zu verschaffen was ich eigentlich alles lizenzieren muss.

00:10:06: Und auch bei diesen Italian Apps muss man dazu sagen dass der Vertrag und doch die Zusätze selber überhaupt keine Informationen dazu geben Für welchen Anwendungsfall ich eigentlich welche Intelligent App benötige?

00:10:18: Es gibt nämlich manche davon, die sind ausschließlich für die Public Cloud Edition der Business Suite vorgesehen und andere nur für die Private Cloud.

00:10:25: Das macht es halt noch mal schwieriger zu einer Entscheidung zu kommen was sich eigentlich brauche aus dem Portfolio.

00:10:31: Und für uns aus unserer Sicht wäre es hier deutlich einfacher gewesen wenn man auch diese Intelligent Apps über dieser Capacity Unis licensieren könnte auch hinsichtlich der Flexibilität, die wir uns eigentlich gewünscht hätten dass sich mit dem Volumen was ich in die BDC stecke so flexibel wie möglich arbeiten kann.

00:10:49: Man sollte auch im Hinterkopf behalten das die Intelligent Applications in der Regel auch weitere Capacity Units benötigen um beispielsweise den Nutzung von Berichten in der Sub-Analytics Cloud zu ermöglichen und diese zusätzliche Menge muss man entsprechend planen und bepreisen können.

00:11:04: Und Stichwort Datenprodukte, Michael erwähnte eben dass die SAP von ihr verwahlte Datenprodukt anbietet.

00:11:11: Die Kundenseitig einfach konsumiert werden können.

00:11:14: diese Daten Produkte sind Bestandteil der Intelligent Applications so das man diese zwingend zusätzlich buchen muss um überhaupt Zugriff auf diese zu haben.

00:11:24: alleine mit den Kernprodukten der BDC lässt sich also überhaupt nicht deren Nutzen erzielen der als großer Vorteil beworben wird.

00:11:32: Wo wir gerade beim Missverständnissen sind, schauen wir an der Stelle auch einmal kurz auf das Thema Sub-Business AI.

00:11:39: Das ist ja auf BDC Folien drauf!

00:11:42: Aber auch in der BDC ist es so dass man zum Beispiel in der Analytics Cloud nur die Embedded Funktionen ohne Aufpreis bekommt und alles was als Premium gekennzeichnet ist einen komplett separaten Vertrag zu AI Units benötigt – aber das wiederum ist ein Thema für einen anderen Podcast.

00:12:00: Dass neue Services bei der Nutzung sofort akzeptiert werden, ist ein Punkt aus dem Supplement.

00:12:07: Was heißt denn das konkret und was muss dabei unbedingt beachtet werden?

00:12:11: Ja zunächst erst mal einen absolut faire Aspekt der Kunden die Sicherheit gibt dass auch zukünftig neu hinzukommende BDC-Services genutzt werden können.

00:12:20: nur für diese neu hinzugekommenen Services gilt das neue Supplement im Kontext dieser neuen Services.

00:12:28: Alle anderen Passagen des bisherigen Supplements gelten fort.

00:12:31: Das heißt, dass man vor der Nutzung neuer Services immer mal das Supplement anschauen sollte und natürlich nach der Aktivierung neuer services das aktuelle Supplement zusätzlich zu dem Initialen mit dem Vertrag geschlossenen Supplement ablegen sollte.

00:12:48: Was heißt also faktisch?

00:12:49: Dass hiermit auch ein nicht unterzeichnetes Supplement dennoch Vertragsbestandteil mit denen darin enthalten Informationen wird!

00:12:57: Hier gilt natürlich auch, dass man vor Aktivierung jeglicher neuen Services die Konsequenzen und eingeräumten Rechte vollständig verstanden haben sollte.

00:13:08: Und

00:13:10: was passiert wenn Services gestrichen werden?

00:13:14: Also grundsätzlich kündigt SAP die Abkündigung von Services mit einer Frist von sechs Monaten vorher an.

00:13:20: Dann gibt es allerdings zwei Gruppen.

00:13:22: Bei der Gruppe eins und den Services, die darin sind kann man die jeweiligen auf Capacity Units beruhen.

00:13:29: In Service ist noch bis zum Ende des initialen Vertragslaufzeit weiter benutzen.

00:13:33: bei der Gruppel zwei ist es aber einfach so dass die Sachen nach sechs Monaten weg sind und standardmäßig gehört erst mal alles zu Gruppe Eins was man dann dementsprechend auch weiter nutzen kann.

00:13:43: allerdings alle Business Data Cloud Connect Services beispielsweise sind sofort in Gruppe Zwei.

00:13:48: Und das bedeutet natürlich wenn SAP sich dazu entschließt einzelne Sachen davor nicht weiter anzubieten muss man sich als Kunde natürlich dann mit auseinandersetzen, was ich denn in sechs Monaten mache wenn das nicht mehr da ist.

00:13:58: Und hier kommt natürlich auch wieder das Thema zum Tragen und was ich schon mal in einem meiner Kinots auf dem Jahreskongress angesprochen habe dass man als Künde schon einen Blick darauf haben muss was eigentlich im Rahmen meines Cloud Vertrages wie lange angeboten wird und dass ich natürlich auch gucken muss, dass ich genau im Blick behalte wann welche Leistungen wegfallen und wie ich damit umgehe.

00:14:18: Und natürlich ist es auch hier wieder so, dass es zumindest bislang auch zum Zeitpunkt diese Aufnahme nicht so ist als würde ich von SAP eine proaktive Information bekommen.

00:14:27: Sondern ich muss selber darauf achtgeben wann was ausläuft und was das für mich bedeutet.

00:14:32: Insofern ist das durchaus ein relevantes Thema weil man ansonsten mit einer nicht funktionierenden Lösung dasteht.

00:14:38: SAP positioniert die BDC ja als zentrale Datenplattform.

00:14:44: Ich würde jetzt davon ausgehen, dass ich die dort gesammelten und in Form von eindeutigen Datenprodukten verfügbaren Informationen problemlos in meinen Prozessen verwenden kann.

00:14:55: Die BDC wird über Schnittstellen sogenannte APIs an andere Systeme angebunden.

00:14:59: Lies man nun das BDC-Supplement geht daraus hervor, dass diese APIs nur so genutzt werden dürfen wie in der jeweiligen Produktdokumentation beschrieben.

00:15:10: Explizit ist die Nutzung der SAP APIs für den Datenexport zur SAP Party-Applikation oder auch SAP Partiprodukten untersagt.

00:15:19: Außer es ist dediziert, als eine Funktion der SAP API oder für die SAP API abweichend beschrieben.

00:15:26: Kundenapplikationen und auch SAP Party Applikation dürfen nicht für den Data Export genutzt werden.

00:15:33: Und auf den ersten Blick mag das sich erstmal nicht problematisch anhören Aber die erwähnten Dokumentationen sind kein Vertragsbestandteil, zumal im Vertrag dann auch nicht definiert ist wo sich diese Dokumentationsaufgabe befindet.

00:15:49: Außerdem ist der Begriff der SAP API sehr weitereichend definiert.

00:15:54: Zusammengefasst besteht hier ein echtes Risiko dass Datenexporte gegen den Vertrag verstoßen und eine Änderung der Definition einer API von SAP einfach so im Hintergrund umgesetzt werden könnte.

00:16:07: Das sollte man vor der Implementierung auf jeden Fall im Blick haben und gegebenenfalls die eigenen Use Cases vorab in der Verhandlung mit SAP offen thematisieren.

00:16:17: War das denn vorher nicht

00:16:19: so geregelt?

00:16:22: Also, das betrifft im Wesentlichen den Export von Daten aus Datasphere und der darunter liegenden HANA Cloud.

00:16:29: Für die Bestandskunden, die jeweilige Lösung schon vorher hatten gab es diese Einschränkungen so Und das kann natürlich so wie Sebastian gerade schon gesagt hat, schon dazu führen dass ein bisher problemlos gelebter Prozess so nicht fortgesetzt werden kann weil die Vertragsbedingungen das in der Form nicht zulassen.

00:16:49: Das ist leider nicht die einzige Stelle an den Bestandskunden mit neuen Hürden zu kämpfen haben.

00:16:55: Das wäre jetzt schön wenn du das noch etwas konkretisieren könntest.

00:16:59: Dafür muss ich jetzt tatsächlich ein bisschen ins Detail gehen.

00:17:01: also sind in den Zusatzbedingung ein paar Einschränkungen drin die auch nicht für alle Kunden relevant sein könnte.

00:17:08: Nichtsdestotrotz sind das auch Dinge, die ich es vorher nicht gehabt habe.

00:17:11: Beispielsweise kann man pro Mandant und Monat nur bis zu zwei Tausend O-Data API Aufrufe pro ein Gigabyte Rechenspeicher nutzen.

00:17:20: Das OpenSQL Interface ist auf eine Gigabyte Datenverkehr pro Monat beschränkt Und in beiden Fällen behält SAP sich das recht vor bei Überschreiten dieser Limits zusätzliche Gebühren zu fordern.

00:17:31: Als Kunde hat man aber gar keine Chance überhaupt mal zu prüfen, wie viel man da verbraucht.

00:17:36: und inwiefern das halt ein Problem ist oder eben nicht hängt sehr individuell davon ab, wie man jetzt an dem konkreten Beispiel die DataSphere vorher genutzt hat.

00:17:46: Und weil es das halt vorher nicht gab, ist es ja schon etwas erstaunlich dass das jetzt so in den Vertragsbedingungen steht.

00:17:56: Könntest du dir vielleicht erklären welche Hintergründe da eine Rolle spielen?

00:18:02: Ich kann da natürlich nur mutmaßen.

00:18:05: Sicherlich hat SAP ein Interesse daran, dass der Inhalt in den gesamten Business Data Cloud nicht einfach von zahlreichen Drittanbieter-Lösungen so konsumiert werden kann.

00:18:15: Allerdings möchte die SAP dieses Angebot ja auch ganz bewusst als offenes Ökosystem positionieren und mit den ganzen Einschränkungen, die auch Sebastian gerade schon ausgeführt hat ist das aus unserer Sicht nun mal eben kein offenes Ecosystem!

00:18:33: Also ich muss sagen, das klingt alle schon recht herausfordernd.

00:18:37: Ist denn wenigstens die Abbildung der BW-Systeme in der BC ein bisschen einfacher zu kalkulieren?

00:18:44: Kurz und knapp gesagt nein!

00:18:45: Die BW Service Liste im Supplement ist zum Zeitpunkt dieser Aufnahme sechs Seiten lang und da das BW zu den Kernfunktionen gehört wird dementsprechend auch alles auf Capacity Units umgerechnet.

00:18:58: Darüber hinaus befindet sich am Ende auf der letzten Seite der BW-Service-Liste noch ein paar Fußnoten, anhand derer in Abhängigkeit der entsprechenden Markierungen noch prozentuelle Aufschläge auf die BW Service ist kalkodiert werden müssen.

00:19:13: Und ja hier ist der Stand aktuell leider so dass die SAP diese Fußnotend unterschließlich klassifiziert – das heißt entweder müssen alle markierten Services für die Berechnung hinzugezogen oder aber alle nicht markierten Services.

00:19:29: Das ist irritierend und macht die Rechenlogik unnötig kompliziert.

00:19:35: Die Herausforderungen scheinen also zumindest aus vertraglicher Sicht noch recht groß zu sein.

00:19:41: Wie ist eure abschließende Einordnung?

00:19:45: Aus meiner Sicht steckt die größte Herausforderung aktuell weniger in der technischen Umsetzung und den Möglichkeiten innerhalb der BDC, sondern dafür umso mehr im Mangel an der vertraglichen Klarheit.

00:19:57: So viel Potenzial die BDC als eine moderne und zentrale Datenplattform bieten kann, so restriktiv.

00:20:05: Teilweise widersprüchlich und komplex dazu sind die Nutzungsbedingungen rund um Schnittstellen, die Datenexporte und auch die BW-Services.

00:20:14: Und umso wichtiger ist es sich fachbereichsübergreifend – die Bedeutung der Nutzunterlagen selbst im Hinblick auf den Nutzungsszenarien heute?

00:20:26: aber auch in Zukunft anzuschauen und entsprechend dann auch bewerten zu können.

00:20:32: Aus meiner Sicht schränken die Lizenstechnischen Unklarheiten in den Vertragsdokumenten die Möglichkeiten der Nutzung der BDC aktuell sehr stark ein, und ich finde es persönlich sehr, sehr schade.

00:20:44: Es gehört ja schon als kruiser Fakt zu der Geschichte dazu, dass das erste Supplement zur BDC letztes Jahr schon gab bevor überhaupt das Pricing offiziell veröffentlicht worden ist Und seither kommen gefühlt auch im Monatstakt irgendwie neue ergänzende Bedingungen, wo immer irgendwas Neues drin ist.

00:21:03: Ich kenne jetzt keine andere Cloud-Lösung der SAP, wo das so häufig ist und auch so viele Paragrafen umgeschrieben worden sind.

00:21:13: Grundsätzlich halte ich die Business Data Cloud ja für eine spannende und vielversprechende Idee aber das ganze Vertragswerk dazu gehört mit zu dem Schlimmsten was ich jetzt in fünfzehn Jahren SAP gesehen habe Ernsthaft wie gerade kleinere Kunden, das sinnvoll Hand haben können mit den ganzen Bedingungen die einem da auferlegt werden.

00:21:32: Und ich glaube ehrlicherweise persönlich auch nicht dass sich die SAP mit diesem kommerziellen Modell einen gefallen tut und doch nicht dass die Business Data Cloud das so in der Form eigentlich verdient hat.

00:21:43: Ich würde mir wünschen dass die SAP tatsächlich auf uns hört und auf unsere Bedenken hört und dort nochmal in der nächsten Zeit nachsteuert damit auch die Business Datacloud ein Erfolg wird.

00:21:54: Damit sind wir am Ende dieser Folge von Digitalgesagt.

00:21:59: Herzlichen Dank an Michael Bloch und Sebastian Kress für den Blick hinter die Kulissen der Business Data Cloud!

00:22:05: Wir haben gelernt, dass für den Abschluss eines BDC-Vertrags viel gelesen und inhaltlich bewertet werden muss – inklusive umfassende Supplements.

00:22:16: Außerdem müssen vor der Aktivierung jeglicher Neueservices wie Konsequenzen vollständig verstanden sein.

00:22:25: Und als Zentralerkenntnis nehmen wir mit, der Mangel an vertraglicher Klarheit ist mit Abstand die größte Herausforderung.

00:22:34: Vielen Dank allen fürs Zuhören!

00:22:36: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert uns auf Podcast, hinterlasst gerne eine Bewertung und schaut für weitere Praxisberichte auf impulsant-dsag.de vorbei.

00:22:47: Bis zum nächsten Mal.