Sind 24/7-Smart-Stores die Zukunft?
Shownotes
KI ist längst als Schlüsseltechnologie in Wirtschaft und Gesellschaft angekommen und damit auch Teil des Handels. Im Podcast erläutert Prof. Dr. Stephan Rüschen, Professor für Lebensmittelhandel und Studiengangsleiter Retail Management an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heilbronn, am Beispiel von Smart Stores, wie KI den Einzelhandel verändert.
Smart Stores 24/7 sind meist kleine Lebensmittelgeschäfte, die ohne Personal vor Ort betrieben werden. Dadurch können sie rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche geöffnet sein. Für den Zugang müssen sich Kund:innen zunächst identifizieren, etwa mit einer Bankkarte am Eingang. Im Markt erfolgt der Einkauf in Selbstbedienung, auch die Bezahlung wird eigenständig und ausschließlich bargeldlos abgewickelt.
Um einen Store unbemannt zu betreiben, gibt es verschiedene Ansätze, darunter das Grab-&-Go- oder das Self-Scanning-Konzept. Genau hier kommen KI und andere digitale Technologien ins Spiel. Welche Rolle sie dabei übernehmen, wie sie die Customer-Journey beeinflussen – und was das für die Zukunft der Branche bedeutet, erklärt Prof. Dr. Rüschen ausführlich vor dem „digital gesagt“-Mikrofon. Sein Fazit vorab: „Der Handel ist aus meiner Sicht schon verdammt gut unterwegs in Deutschland.“
Darum geht’s in der Folge konkret:
- Einblick: Was sind Smart Stores 24/7?
- Wie funktioniert das Grab-&-Go-Konzept und welche Technologien sind dafür im Einsatz?
- Welche Rolle spielt in diesem Kontext KI ?
- Einschätzung: Inwiefern gehört den intelligenten, unbemannten Läden die Zukunft?
- Auch SAP betreibt einen Smart Store in Walldorf. Welche Technologien und KI-Lösungen nutzt der Software-Konzern?
- Resümee und Ausblick: KI im Handel – an welchem Punkt steht die Branche und wo geht’s hin?
DSAG-Handelstage
Die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Handel wird auch bei den kommenden DSAG-Handelstagen ausführlich beleuchtet. Am 08. und 09. September 2026 kommt die Branche in Osnabrück zu Diskussion und Austausch zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Realitätschecks, SAP-Strategie-Updates, Anwenderberichte aus der Praxis und Deep Dives zu diesen sechs Themenbereichen:
- Filialen der Zukunft
- Kundenansprache/Kundenbindung
- Logistik/Transport
- Bestellmanagement/Bestand
- Warenwirtschaft/Finanzen
- KI und Daten
*Die Episode wurde vorproduziert und bereits im Sommer 2025 aufgezeichnet.
Transkript anzeigen
00:00:00: Man stellt dir vor, du würdest die Sortimente nicht mehr machen.
00:00:02: Die Preise nicht mehr, das Marketing nicht mehr.
00:00:04: Das ändert schon auch eine Organisation.
00:00:07: Du nimmst ja Menschen dann ihre Aufgabe, ihr Macht den Einfluss weg und es ist dann schon nochmal ein Transformationsprozess.
00:00:17: Künstliche Intelligenz ist in aller Munde und hat längst auch in den Handel einzugehalten.
00:00:22: Wo stehen wir heute?
00:00:23: Was ist mit KI schon möglich und worauf sollten wir uns mit Blick in die Zukunft
00:00:27: einstellen?".
00:00:28: Diese Fragen klären wir heute am Beispiel von sogenannten Smart Stores und mit einem echten Experten auf dem Gebiet.
00:00:34: Mein Name ist Dana Walter, ich darf Prof.
00:00:36: Dr.
00:00:36: Stefan Rüchsen an Mikropokrößen.
00:00:38: herzlich willkommen!
00:00:39: Ja hallo Dana.
00:00:40: vielen Dank für die Einladung.
00:00:42: Du bist Professor für Lebensmittelhandel und Studiengangsleiter Retail Management einer dualen Hochschule Baden-Württemberg also der DHBW in Heilborn richtig?
00:00:51: Genau
00:00:52: Und du beschäftigst dich intensiv mit sogenannten smart stores twenty four seven.
00:00:58: Bevor wir ins Thema jetzt rein starten, stelle dich den Hörerinnen und Hörern doch vielleicht einfach selbst kurz vor.
00:01:04: Ja Stefan Ruschen wie gesagt, die schon sagt das Professor für Lebensmittelhandel seit zwei Tausend Dreizehn also schon seit zwölf Jahren an der DHBW in Heilbronn.
00:01:14: Wir sind die größte deutsche Handelshochschule wo wir sehr stolz darüber sind mit fast dreihundert Handelstudierenden pro Jahr von eigentlich allen Handelsfirmen in Deutschland vor allem aus dem Lebensmittelbereich.
00:01:25: Woher habe ich vor allem zwölf Jahre bei MitroCash & Carry in den Ausland gearbeitet und auch in verschiedensten Funktionen?
00:01:31: Also, ich hab eigentlich mein ganzes Leben nur Handel aus verschiedenen Perspektiven gemacht.
00:01:36: Meine Schwerpunkte an der Hochschule sind vor allem Unternehmensführung, Handelsmarketing, Einkaufpreispolitik – und ich beschäftige mich vor allem sehr intensiv mit dem sogenannten Smart Source Twenty For Seven.
00:01:49: Umso schöner dass wir dich hier heute für den Podcast gewinnen konnten!
00:01:52: Zunächst meine erste Frage Was versteht man denn unter einem Smart Store oder besser gesagt einem Smart store?
00:01:59: Wir verstehen einen Smart Store, der fünf Merkmale eigentlich hat.
00:02:03: Nämlich erstens er wird komplett unbemannt betrieben.
00:02:06: Damit kann er auch Sonntags geöffnet sein.
00:02:11: Ich brauche in der Regel eine Registrierung am Eingang in irgendeiner Art und Weise.
00:02:16: In der Regel sind diese Stores auf kleinen Flächen – fünftig bis zu hundert Quadratmeter Und die Bezahlung ist in aller Regel bargeldlos.
00:02:26: Aus KI-Sicht.
00:02:27: besonders interessant, habe ich mir sagen lassen sind Smart Stores mit sogenannten Crap and Go Konzepten.
00:02:33: Im öffentlichen Raum findet man solche Stores zum Beispiel von Amazon und dabei meint Crap & Go dass der Laden komplett ohne Kassen auskommt.
00:02:41: Das richtig,
00:02:41: richtig?
00:02:42: Genau!
00:02:43: Und wie funktioniert das Konzept und welche Technologien sind dafür denn im Einsatz?
00:02:47: Also Stichwort Liebstellprävention.
00:02:49: Genau, es gibt ja auch noch andere Formen, die man einen Laden unbemannt betreiben kann also beispielsweise nur mit Self-Scanning geht.
00:02:55: auch muss auch kein Mitarbeiter unbedingt sein.
00:02:57: aber in dem Fall geht's jetzt um die Crab and Ghost Stores.
00:03:00: Das sind Stores, wo ich am Eingang so war die ursprüngliche Customer Journey mich in der App registrieren musste und eine Zahlungsweise hinterlegt habe.
00:03:09: Und dann hab' ich am Eingang die App gescannt und dann findet statt wenn man reingeht dass sozusagen die App der Account mit der Person die reingehen zusammengeführt wird.
00:03:18: im Laden wird man dadurch Sensoren die an der Decke sind verfolgt.
00:03:21: getrackt kann man sich quasi als Strichmännchen vorstellen Und dann wird geguckt, welches Produkt das Strichmännchen aus dem Regal nimmt.
00:03:30: und diese Produkterkennung ist nicht AFID.
00:03:35: Ist auch nicht der GTIN oder ERN oder BAKO sondern ist eine Bilderkennung.
00:03:39: also guckt das Strichi-Männchen welches Bild es sozusagen nimmt und dann wirds den Warenkorb zugeordnet Und dann kann man mehrere Produkte nehmen, man kann die auch wieder zurückstellen.
00:03:50: Auch das muss das System erkennen oder kennt es auch und dann geht man einfach raus.
00:03:54: Das System erkennt der Mensch mit diesem Warenkorb geht raus.
00:03:56: Man muss nichts mehr tun sondern von der in der App hinterlegten Zahlungsmethode wird dann automatisch abgebucht und die Rechnung bekommt man dann wenn man schon draußen ist natürlich aufs Handy so dass man natürlich auch eine Rechnungen hat.
00:04:11: Welche Rolle spielt dabei jetzt konkret KI?
00:04:13: Naja KI ist schon allein die Bilderkennung ist KI.
00:04:17: Man muss dem System auch vorher sagen oder lernen, wie zum Beispiel ein Glas Nutella aussieht.
00:04:23: Weil von selber weiß das System nicht und wenn man den das beigebracht hat dann kann es erkennen Ah!
00:04:27: Das sieht aus wie das was ich schon mal gelernt habe.
00:04:30: Also kauft er gerade einen Nutella und das andere ist dass wir eben als Strichmännchen verfolgt werden.
00:04:36: Das geht auch nicht so unten nur einfach.
00:04:39: Und die beiden Sachen dann auch noch zusammenzuführen, das ist eben tatsächlich eine künstliche Intelligenz.
00:04:45: Die dann diesen Einkaufsvorgang frictiones macht wie wir es nennen also eigentlich mit den denkbar wenigsten Hürden, die man dann im Laden zu überspringen hat als Kunde sozusagen.
00:04:58: und dann hast du noch andere Technologien genannt RF
00:05:03: Genau zu allererst von diesem Grap and Ghost aus gibt es übrigens Standstand gestern.
00:05:08: Vierundzwanzig Storys in Deutschland tatsächlich, von verschiedensten Anbietern über Rewe, Nethol, Chabka... Aber auch zum Beispiel vier Becker-Läden sind mittlerweile mit dieser Technologie ausgestattet und auch in verschiedensten Standorten, sei es nun an der Tankstelle im Flughafen oder auch irgendwo im Gewerbegebiet oder in Hochschulen.
00:05:31: Aber man kann eben wie du gerade richtigerweise fragst das ja auch anders machen als mit Selfscanning.
00:05:36: Mit einer ganz normalen Self Scanning Kasse kann ein Laden auch unbemannt führen.
00:05:39: Das hat dann den Vorteil, dass es sicherlich etwas kostengünstiger ist wie die aufwendige Crap & Go Technologie.
00:05:45: Wo man eben die ganzen Algorithmen braucht.
00:05:46: Man braucht pro Quadratmeter circa eine Kamera und das kostet natürlich dann schon ein Haufen Geld.
00:05:51: mit Self-Scanning geht auch.
00:05:52: Das ist übrigens die verbreiteste Form in Deutschland.
00:05:55: Da haben wir fast dreihundert Läden, die komplett unbemannt geführt werden nur mit Self Scanning.
00:06:00: Mögliche ist aber auch, dass man's mit AFID macht.
00:06:04: Tatsächlich finde ich deshalb ganz interessant, weil AFID wir eigentlich im Food-Bereich immer gesagt haben ist toll aber wird nie kommen.
00:06:13: Weil man da jedes Produkt tacken muss mit diesem AFID Tack.
00:06:16: Aber jetzt haben wir tatsächlich über Fünfzig AFID Food Stores und zwar beim Metzgarn.
00:06:23: Und bei Metzgen macht das nämlich dann eben Sinn, weil Metzger müssen ihre Produkte ja eh verpacken Müssten Sie eh in die Hand nehmen und dann drucken sie eben ein Etikett aus, das auch den RFID-Code enthält.
00:06:35: Dann findet der Bezahlvorgang so wie wir das von H&M, Polymbier, Uniqlo, Decathlon kennen indem man die Produkte dann in einen Schacht legt und die werden dann eben ausgelesen durch das RFID Und dann kann man bezahlen mit Girocard, Kreditkarte, whatever.
00:06:50: Der Vorteil und deshalb machen das die Metzger ist gar nicht der Zahlungsvorgang für den Kunden weil er hat jetzt sich so ein wahnsinnig Nutzen darin weil aber jetzt zwei Produkte eben als kennt oder da reinlegt.
00:07:01: es macht für den kunden gar nicht so einen großen Unterschied aus.
00:07:04: auch Das Thema Diebstahl is gar nicht unbedingt von Vorteil Weil wenn ich die Dinger da nicht reinlege in den Schacht Kann Ich Dann Auch klauen ähnlich wie beim Selbstcanning Oder Ich Kann versuchen zu klauen.
00:07:14: Sondern der entscheidende Vorteil ist, dass jetzt ein Metzger per Knopf druckende MAD eine Verfallsdatumskontrolle hat.
00:07:20: Was bei diesen ultrafrischen Produkten natürlich wichtig ist.
00:07:23: Warum?
00:07:23: Weil der AFID-Tech kann ja sehr viel mehr Informationen mit sich tragen als der Barcode, der dreizehnstellige Barcode.
00:07:29: das kann Und der kann nämlich eben auch das Verfallsdatum mittragen.
00:07:33: Das wird dann mit ausgelesen und damit hat ein Metzger per Knopfdruck, weiß er welche Verfallsdaten er noch in seinem Laden hat und muss nicht durchs Regal gehen und wühlen und gucken was denn da noch so drin ist weil er ja nicht genau weiß was der Kunde in einem normalen Laden rausgenommen hat.
00:07:46: durch die Textweißers eben ganz genau also tatsächlich einfach.
00:07:49: die Technologie die wir lange Wie gesagt, für frutlich relevant gehalten haben findet dort plötzlich bei Metzger einzugen.
00:07:55: Es gibt bereits über fünfzig unbemalte Metzga die RFID haben.
00:07:59: Man kann es aber auch noch anders machen nämlich nur mit einer App.
00:08:03: Das heißt ich habe die App und scanne die damit ich reinkomme Und dann scann' ich alle Produkte auch mit der App also mit meinem Handy Mit meinem Smartphone Und kann dann in der App im Ende dann auch noch bezahlen.
00:08:17: Manchmal ist es ein kleines Gerät, ein Device drin um zu bezahlen und der große Vorteil aus Sicht derjenigen der Betreiber ist dass die Investitionskosten extrem gering sind weil ich eigentlich gar keine Hardware brauche.
00:08:27: Deshalb gibt's das gerade im Bereich der Direktvermarkter.
00:08:32: eine andere Technologie um einen Laden unbemannt zu führen sind auch die wir nennen das Automated Boxes.
00:08:39: Das sind eigentlich große Automaten im Sinne von, ich gehe an ein Screen und suche mir meine Produkte raus.
00:08:46: Bestell die dann quasi wie beim McDonald's am Terminal Und dann bezahle ich sie und dann wird im Hintergrund über eine Robotik ähnliche Technologie Da gibt es jetzt auch verschiedene, die wir uns nicht alle aufzählen müssen.
00:08:57: Über eine robotikähnliche Technologie werden dann die Produkte herauskommissioniert aus einem Regal Was dahinter verschlossen ist in einem Ausgabefach zur Verfügung gestellt.
00:09:04: Auch das ist eine Möglichkeit Wie man ein größeres Sortiment unbemannt an den Kunden verkaufen kann oder der Kunde eben nutzen kann.
00:09:12: Also wir sehen die eingesetzten Technologien und ich gerade sagte, sie haben alle irgendwie ihre Berechtigung, die werden alle irgendwie angewendet und auch nach wie vor viel getestet gibt eine große Vielfalt Technologin um Stores unbemant tatsächlich zu führen.
00:09:28: Wieder was gelernt!
00:09:30: Spannende Entwicklung.
00:09:32: Wie schätzt du denn das Grab-and-Go-Konzept und twenty for seven smart stores im Allgemeinen an?
00:09:37: Ist es jetzt nur ein Trend, der vielleicht bald wieder abäppt?
00:09:40: oder gehört diesen intelligenten und bemannten Läden die Zukunft?
00:09:44: Grundsätzlich haben die unbemannten läden eine Zukunft.
00:09:48: Das ist nicht jetzt die Zukunft.
00:09:49: ich glaube nicht dass wir deswegen in den nächsten fünf Jahren einen Sterben von klassischen Lidl all die Edeka und Rewe merken sehen werden.
00:09:59: Aber sie sind vor allem und das sehen wir im Moment, dass Sie im ländlichen Raum, ländliche Nahversorgung die es ja fast kaum noch gibt weil die Läden alle geschlossen haben dort sehr stark entstehen und eine Versorgungslücke füllen.
00:10:10: Und das ist für den ländischen Raum tatsächlich toll!
00:10:13: Für die Bürger, die dort leben, die haben gerade Kundenbefragen gemacht, die schätzen das unheimlich, sind total happy darüber, dass sie jetzt quasi wieder ein Store haben auch wenn er eben.
00:10:22: Was aber schon denkbar ist, was mehrere Läden dann doch betreffen könnte, ist das sogenannte Hybride.
00:10:28: Bedeutet auf der einen Seite habe ich ein Laden mit Personal ganz normal geöffnet und dann hab ich außerhalb dieser zu definierenden Öffnungszeiten den Laden unbemandt noch zusätzlich offen und dem Kunden eine zusätzliche Serviceleistung zu geben.
00:10:40: Davon gibt es auch schon einige.
00:10:42: und da gibt's zum Beispiel jetzt gerade eröffnet in Freiburg ein Edeka, der hat neunhundert Quadratmeter.
00:10:49: Also ist jetzt kein kleiner Laden mehr mit fünfzig bis zu einer Quadratmetern, das ist ein normaler Edeka.
00:10:53: Der ist jetzt hybrid.
00:10:55: Das heißt, er hat von sieben bis achtzehn Uhr glaube ich bemannt und darüber hinaus ist er dann unbemannt offen Und auch am Sonntag.
00:11:01: und das ist eben das attraktive daran dass man solche Lädenstand heute eben auch sonntags aufhaben lassen kann weil zumindest mal die arbeitsruhe eingehalten wird und es natürlich attraktiv für den Händler und Attraktiv den Kunden und damit eben attraktif auch Für den händlern.
00:11:17: also deine Frage Es ist nicht die einzige zukunft Das ist nicht wie wir das schonmal alte Wort, ich würde es jetzt disruptiv eben nicht nennen.
00:11:27: Aber es ist eine definitive Weiterentwicklung des Handels.
00:11:30: Wenn ich noch auf den ersten Teil einer Frage eingehen darf, das Thema Scrap and Go wo wir eben vierundzwanzig Stores haben der erste wurde im März zwanzig-einenzwanziger Deutschland eröffnet also nach vier Jahren haben wir vier und zwanzige Stores.
00:11:42: Das befindet sich sicherlich noch nach wie vor im Test Stadium.
00:11:46: Es ist schwer voraus zu sehen Ob es jetzt tatsächlich ein Case gibt, der von jemandem ausgerollt wird.
00:11:54: Es ist denkbar denn die Technologie schon cool irgendwie ja weil als Kunde musst du eigentlich ein bisschen spooky was da passiert.
00:12:03: aber als kunde gehst du eigentlich rein und das Produkt daraus und gehst wieder musst du nicht viel machen.
00:12:08: Und das ist denkbar, dass sich in den Innenstädten an sehr frequenzstarken Standorten vielleicht doch solche Stores sehr stark entwickeln könnten und wir dann doch eine größere Anzahl auch in Deutschland sehen.
00:12:21: Im Moment noch nicht weil die Vierundzwanzig wie gesagt verteilen sich auf viele, die Tests machen, noch keiner der im Rollout Modus ist.
00:12:30: Auch SAP hat ja seit kurzem einen Smart Store in Waldorf, der so diverse Use Cases der Zukunft zeigt und du hast ihn auch bereits besucht.
00:12:38: Welche Technologien und KI-Lösungen sind denn dort im Einsatz, die du als Experte jetzt besonders faszinierend findest?
00:12:45: Zum einen wird dort tatsächlich auch RFID gezeigt.
00:12:47: Was das nicht unbedingt KI ist aber es wird auch das Thema The Scrap and Goes dort auch installiert.
00:12:54: Das Faszinierenste fand ich eigentlich und das ist ein richtiger added value zu all dem was wir bisher gesehen haben dass das System eben vorsieht dass sich bin in der App registriert und ich sage am Anfang wer ich bin Und dann verfolgt das System mich sozusagen und das System weiß wer ich bin.
00:13:10: Und kann dann eben personalisierte Angebote machen, die so weit gehen dass ich stehe bei meinem Produkt Nutella.
00:13:18: Ich steh vor Nutella und jetzt wissen die irgendwie, dass ich auf den normalen Nutellerpreis nicht reagiere sondern auf Aktionspreis.
00:13:25: und dann klick ich in dem Augenblick den billigeren Nutella-Preise eben auf dem Handy angezeigt.
00:13:32: Der wird dann mitgenommen.
00:13:33: Also ich kauf da Nutella und das System merkt sich, dass es mir ja versprochen hat den günstigeren Preis zum Beispiel zu bekommen.
00:13:41: Und das System merkts sich sozusagen nimmt dem Preis mit meiner Person und wenn ich an der Kasse stehe, dann muss ich auch wirklich nur den günsteren Preis zahlen.
00:13:49: Wenn vielleicht derjenige hinter mir war, der muss vielleicht einen teuren Preis zahlen.
00:13:54: Also diese Personalisierung die dann im Store stattfinden kann aufgrund der Tatsache, dass das System weiß wer ich bin Das ist ein echter Edit Value und da bin ich echt gespannt, wie sich das im Handel eben dann auch durchsetzen wird.
00:14:05: Weil wir ja wollen eigentlich immer personalisierter werden.
00:14:08: Wir wollen nicht das Massenmarketing haben, dass jeder irgendwie das Nicht-Dampgießkarten-Prinzip, jeder kriegt die gleichen Angebote sondern jeder kriege die Angebote auf die er eben reagiert.
00:14:18: Und das fand ich für mich persönlich den größten Zusatznutzen neben den anderen Technologien, die natürlich auch eingebaut sind.
00:14:25: Ein kurzes Resümee zum Abschluss KI im Handeln.
00:14:29: Wo stehen wir denn heute?
00:14:30: Was würde sagen, ist schon möglich.
00:14:33: Gesamtüberblick und was kommt in Zukunft?
00:14:35: Worauf können wir oder sollten wir uns einstellen?
00:14:38: Naja ich glaube die ersten Dinge die ja dann letztendlich auch schon umgesetzt sind das Thema der Bestellung.
00:14:44: Die läuft schon lange eigentlich automatisch aber nach einer Regel und des besonderen KI ist ja dass KI fähig ist die Regeln anzupassen immer weiter zu lernen und dadurch immer besser zu werden.
00:14:54: Und je genauer die Bestellungen sind desto besser es für den Bestand, für die Verfügbarkeit.
00:14:59: bei den ultrafrischen Produkten wie zum Beispiel Obst, Gemüse und Fleisch eben einfach nicht zu viel bestellen aber auch nicht zu wenig.
00:15:05: Weil die optimale Bestellmenge ist, nehmen wir mal an Tomaten, das ist eigentlich die Bestellmenge dass wenn der Laden ums Zweiundzwanziger zu macht um einundzw.
00:15:12: zwanzigneunen Fünfzig die letzte Tomate zum normalen Preis verkauft wird und das hat was mit einer optimellen Bestell Menge zu tun.
00:15:20: und es kann KI eben besser als eine einfache Regel.
00:15:24: Das zweite was dann auch immer mehr umgesetzt wird Im selben Fall, wenn dann die Tomaten doch vielleicht zu viel sind.
00:15:31: Sie rechtzeitig im Preis zu senken was jeden Tag im Einzelhandel Lebensmittel-Einzelhandeln stattfindet in dieser Warengruppe aber halt nicht um achtzehn Uhr dreißig Prozent sondern eben abgestimmt auf die Menge und das Kaufverhalten so spät wie möglich den möglichst niedrigsten Prozentsatz, aber um trotzdem bei Stürmaten zu bleiben, sie loszuwerden.
00:15:51: Zu verkaufen bis einen zwanzigjahr, neunfünfzig.
00:15:53: Das ist ein zweiter Case der auch wo viel Geld drin liegt oder Handel einfach viel Geld sparen kann und auch zur sätzlichen Kundenzufriedenheit eben führen kann weil man die Verfügbarkeit eben bis zum Schluss sichergestellt wird.
00:16:08: KI ist auch geeignet fürs Thema Pricing.
00:16:09: das ist so ein bisschen auch tatsächlich stückweit umstritten.
00:16:12: Der eine oder andere sagt Ja, das stimmt.
00:16:15: Dass man KI dafür einsetzen kann nicht nur für Obst und Gemüse sondern generell fürs Pricing um Unterschiede zwischen den Stores zu machen.
00:16:22: Allerdings sagen auch viele andere eigentlich kann man es dafür kaum einsetzen weil der Preis wird vom Markt gesetzt.
00:16:29: Um durchgängig beim Beispiel Nutella zu bleiben wenn der Wettbewerber drei neun in siebzig macht dann kann ich nicht drei neuneinzig machen.
00:16:36: Ich kann auch nicht drei Neunvierzig machen, weil der Wettbewerber dann auch auf drei Neuenvierzig geht.
00:16:39: Dann geht der Preis wieder komplett runter und da hatte ich meinen Preis Vorteil.
00:16:43: Der ist dann sozusagen sofort wieder weg.
00:16:46: also das ist ein bisschen umstritten ob es tatsächlich so viel bringt.
00:16:51: aber Es ist einsetzbar wurde auch schon eingesetzt.
00:16:55: Der Handel probiert auch schon Und ich bin vor allem jetzt bei den Kernfunktionen unterwegs.
00:17:00: Die ersten Sätze sind für die Sortimentsfindung ein.
00:17:03: Das ist eigentlich wirklich faszinieren in die Kernfunktion eines Händlers nicht eingreift, sondern die KI so übernimmt.
00:17:11: Nämlich Sortimentsgestaltung.
00:17:13: und wenn das eben tatsächlich gelingt dann wird es dazu führen dass wir eben nicht mehr in allen Stores dieselben Sortimente haben oder eben abhängig davon von Kundenkaufkraftwettbewerber whatever Platz etc.
00:17:24: Und das kann eine KI dann wirklich ganz fein aussteuern.
00:17:27: der Mensch könnte das nicht weil das zu aufwendig ist.
00:17:29: ja stell dir vor du müsstest für jeweils das Sortiment definieren für jeden Store, es sind Dinge der Unmöglichkeit.
00:17:37: Das kannst du nur in Clustern machen.
00:17:42: und da wo der Handel auch schon lange einsetzt ist beim Thema Marketing Social Media, das passiert eigentlich fast automatisch, macht vielleicht gar nicht den Handel, sondern das machen die Social-Media-Plattformen, dass du wahrscheinlich eine andere Werbung ausgespielt hast wie ich weil wir wahrscheinlich schon aufgrund des Altersunterschiedes unterschiedliche Vorlieben haben könnten.
00:18:01: Das setzt wie gesagt gar nicht um den Handel ein, sondern vor allem natürlich automatisch die Plattformen.
00:18:05: aber der Handel auch immer mehr bei Apps.
00:18:07: also wenn ich es mal versuchen müsste jetzt noch in einem Satz zu sagen glaube ich dass der handel schon sehr weit ist und sehr sehr intensiv daran arbeitet und das entscheidende ist einfach verstanden hat dass da sehr viele Chancen drin liegen und viel weniger Risiken.
00:18:25: Wenn du mit den Mindset an eine neue Technologie ran gehst, dann wirst du eben relativ schnell die ersten Früchte ernten.
00:18:34: Und dann muss man halt irgendwann mal, ich meine stell dir vor, du würdest die Sortimente nicht mehr machen und die Preise nicht mehr ins Marketing machen.
00:18:41: Das ändert schon auch ne Organisation.
00:18:44: Du nimmst ja Menschen dann ihre Aufgabe, ihr mach den Einfluss weg... ...und das ist dann schon nochmal ein Transformationsprozess.
00:18:50: also KI ist ja nicht nur ein Transformationprozess dass man irgendwie Eine Software braucht, eine Cloud braucht und irgendwelche gute Daten braucht.
00:18:57: Sondern man muss auch irgendwann mal die Menschen natürlich logischerweise rechtzeitig mitnehmen.
00:19:01: Sonst funktioniert das nicht.
00:19:02: Also der Handel ist es meiner sich schon verdammt gut unterwegs in Deutschland.
00:19:07: Vielen lieben Dank lieber Stefan!
00:19:09: Ja wir sind wirklich jetzt schon am Ende.
00:19:11: Danke für das tolle spannende kurzweilige Gespräch.
00:19:14: Ich konnte viel mitnehmen.
00:19:16: ich bin davon überzeugt die Hörerinnen und Hörern auch.
00:19:18: Und liebe Hörerinnen und Hörern, wenn ihr mehr solcher Einblicke hören sehen oder lesen wollt dann besucht uns doch auf impulsant.de.
00:19:26: Dort findet Ihr zahlreiche Videotext- und Audiobeiträge.
00:19:30: Vergesst außerdem nicht unseren Podcast zu abonnieren!
00:19:32: So verpasst ihr künftig keine Folge mehr.
00:19:34: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:19:36: Macht's gut und bis zum nächsten Mal.